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Blurring Global Epistemic Boundaries : The Emergence of Traditional Knowledge in Environmental Governance

In the wake of the 1992 Earth Summit in Rio de Janeiro, 'traditional knowledge' became a recurring theme in global environmental governance. The emergence of traditional knowledge in a governance field marked by global science begs the following question: how is it that a particular set of intellectual activities other than science came to be perceived as a form of knowledge whose attributes are valuable for governing the global environment? This paper aims to grapple with this question by tracing the emergence of the category of traditional knowledge in global environmental governance. The main argument is that traditional knowledge came to be conceived of as a cognitive resource with utilitarian and 'glocal' properties through a series of interventions on the part of public scientists and landmark environmental reports that blurred the boundaries between science and nonscience. Building upon the concept of boundary work in Science and Technology Studies, this paper puts forth the concept of boundary blurring to analyze how aspects of science are attributed to traditional knowledge, thus attenuating the demarcation between science and other forms of knowledge. Boundary blurring works as a form of legitimation of traditional knowledge and, through the attribution of knowledge to nonscientific actors, opens up a space for these to make knowledge claims in global governance processes. Ultimately, the analysis throws light on the constitution of unconventional 'knowledge actors' in global governance, in particular indigenous peoples and local communities.
Im Gefolge des Erdgipfels von Rio de Janeiro 1992 wurde "traditionelles Wissen" zu einem wiederkehrenden Thema in der globalen Umweltpolitik. Das Aufkommen von traditionellem Wissen in einem von globaler Wissenschaft geprägten Governance-Bereich wirft folgende Frage auf: Wie kommt es, dass eine bestimmte Gruppe von intellektuellen Aktivitäten, die nicht der Wissenschaft angehören, als eine Form von Wissen wahrgenommen wurde, dessen Eigenschaften für die Steuerung der globalen Umwelt wertvoll sind? Das vorliegende Papier versucht, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen, indem es die Entstehung der Kategorie des traditionellen Wissens in der globalen Umweltpolitik nachzeichnet. Das Hauptargument ist, dass traditionelles Wissen als eine kognitive Ressource mit nützlichen und "glokalen" Eigenschaften aufgefasst wurde, und zwar durch eine Reihe von Interventionen seitens öffentlicher Wissenschaftler und durch wegweisende Umweltberichte, die die Grenzen zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft verwischten. Aufbauend auf dem Konzept der Bearbeitung von Grenzen ("boundary work") in den Wissenschafts- und Technologiestudien wird in diesem Beitrag das Konzept der Grenzverwischung ("boundary blurring") vorgestellt, um zu analysieren, wie Aspekte der Wissenschaft dem traditionellen Wissen zugeschrieben werden, wodurch die Abgrenzung zwischen Wissenschaft und anderen Formen des Wissens abgeschwächt wird. Die Grenzverwischung funktioniert als eine Form der Legitimation von traditionellem Wissen und eröffnet durch die Zuschreibung von Wissen an nichtwissenschaftliche Akteure einen Raum, in dem diese Wissensansprüche in Global-Governance-Prozessen geltend machen können. Letztlich wirft die Analyse Licht auf die Konstitution unkonventioneller "Wissensakteure" in Global Governance, insbesondere auf indigene Völker und lokale Gemeinschaften.
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