Dokument: Beiträge zur Chemie der Hauptgruppenelement-Arenkomplexe mit leichten Elektrophilen der ersten Gruppe

Titel:Beiträge zur Chemie der Hauptgruppenelement-Arenkomplexe mit leichten Elektrophilen der ersten Gruppe
URL für Lesezeichen:https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DocumentServlet?id=44096
URN (NBN):urn:nbn:de:hbz:061-20171106-131504-2
Kollektion:Dissertationen
Sprache:Deutsch
Dokumententyp:Wissenschaftliche Abschlussarbeiten » Dissertation
Medientyp:Text
Autor:M.Sc. Prömper, Stephan Wilhelm [Autor]
Dateien:
[Dateien anzeigen]Adobe PDF
[Details]14,16 MB in einer Datei
[ZIP-Datei erzeugen]
Dateien vom 06.11.2017 / geändert 06.11.2017
Beitragende:Prof. Dr. Frank, Walter [Gutachter]
Prof. Dr. Ganter, Christian [Gutachter]
Dewey Dezimal-Klassifikation:500 Naturwissenschaften und Mathematik » 540 Chemie
Beschreibung:Durch im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte Untersuchungen an ausgewählten Systemen
des Typs LiCl / MCl3 / Methylbenzen (mit M = Al oder Ga) konnten sieben dimere Lithium-π-
Arenkomplexe sowie ein Schichtenpolymer dieser Verbindungsklasse synthetisiert und mittels
gängiger Methoden strukturchemisch wie auch spektroskopisch charakterisiert werden. Es handelt sich hierbei um die ersten Arenkomplexe des Lithiums, welche durch Einsatz
ausgewählter, „klassischer“ Lewis-Säuren der Hauptgruppenmetall-Arenchemie gezielt
synthetisiert und systematisch, speziell hinsichtlich der Lithium-Aren-Wechselwirkung und des
Einflusses der aromatischen Komponente auf die Bindungssituation innerhalb der Komplexe,
analysiert wurden. Neben Multikern-NMR-spektroskopischen Experimenten an Lösungen der Substanzen stützen insbesondere die an Festkörpern gemessenen, qualitativ hochwertigen
Raman-Spektren, nach sorgfältiger Auswertung in Kombination mit quantenchemischen
Frequenzanalysen der reinen Aromaten und dimeren Komplexe sowie unter Zuhilfenahme
schwingungsspektroskopischer Informationen zu eingesetzten Benzenderivaten und
geeigneten anorganischen Verbindungen in der Literatur, wesentliche Ergebnisse
röntgenographischer Untersuchungen der Bindungssituation im Kristall. Die Reinheit der nach
stetig optimierter Synthesen isolierten, hochempfindlichen Produkte wurde mitunter
eindrucksvoll durch Aufnahmen von Röntgenpulverdiffraktogrammen und DSC-Kurven belegt. Präparative Arbeiten in diesem Bereich führten zudem zur
Darstellung und Isolierung einer neuen Modifikation von
Lithiumtetrachloridoaluminat, LiAlCl4(oP12, Pmn21) (9), welche
neben der seit Langem bekannten monoklinen Form (LiAlCl4(mP24,
P21/c) erst die zweite Modifikation des ternären Salzes darstellt
und somit dessen Poymorphie offenbart. Die im Sinne einer
Defektstruktur des Wurtzstannit-Typs kristallisierende Substanz konnte dabei zusätzlich der
Röntgenpulverdiffraktometrie, dynamischen Differenzkalorimetrie und Raman-Spektroskopie
zugeführt werden. Aufgrund der guten Zugänglichkeit einiger
Lithium-π-Arenkomplexe wurden des Weiteren Versuche zur
Herstellung analoger Verbindungen des Natriums und Kaliums
unternommen und hierbei die Ursachen einer ausbleibenden
Entstehung gewünschter Materialien auf diesem Wege
analysiert. Im Verlaufe der Arbeiten konnte allerdings die
Struktur von KAlCl4(oP24, Pnna) (10) bestimmt werden („GaCl2“-Typ), der neben KAlCl4(mP24, P21) zweiten durch Röntgenbeugungsexperimente
am Einkristall untersuchten Modifikation von Kaliumtetrachloridoaluminat.
Versuche zur Entwicklung einer neuartigen Synthesemethode für die Herstellung der
hochsensiblen Methylbenzenium-tetrachloridoaluminate führten schließlich zu Umsetzungen
ausgewählter Arene mit Aluminiumchlorid in flüssigem Chlorwasserstoff, sodass
erfolgreich und bemerkenswerterweise ohne unter Friedel-Crafts-Bedingungen
eintretende Isomerisierungs- und Transalkylierungsreaktionen die gewünschten
Verbindungen synthetisiert werden konnten, wie NMR-spektroskopische
Untersuchungen bestätigen. Eine nun denkbare, weitere Umsetzung dieser σ-Komplexe
beziehungsweise Proton-Additionskomplexe wurde in Hinblick auf die Darstellung von Lithium-
π-Areniumkomplexen, einer grundsätzlich unerforschten Verbindungsklasse, durchgeführt.
Die im Rahmen entsprechender Versuche einkristallstrukturanalytisch untersuchte Substanz
[(CH3)5C6H2]2[Li(AlCl4)3] (11) überrascht zunächst als Produkt der gewählten Umsetzung, stellt
allerdings in Anbetracht des chiralen, „propellerartigen“ [Li(AlCl4)3]2−-Dianions im Festkörper
ein absolutes Novum dar und die Ergebnisse können zudem in die Reihe der nach wie vor
raren Kristallstrukturen protonierter, aromatischer Kohlenwasserstoffe eingegliedert werden.
Lizenz:In Copyright
Urheberrechtsschutz
Fachbereich / Einrichtung:Mathematisch- Naturwissenschaftliche Fakultät » WE Chemie » Anorganische Chemie und Strukturchemie
Dokument erstellt am:06.11.2017
Dateien geändert am:06.11.2017
Promotionsantrag am:24.08.2017
Datum der Promotion:04.10.2017
english
Benutzer
Status: Gast
Aktionen