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58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

26.09. - 28.09.2024, Würzburg

Anforderungsanalyse und Benutzerfreundlichkeit der IT-Infrastruktur „FallAkte Plus“ im Hausärztlichen Forschungspraxennetz Nordrhein-Westfalen: eine Mixed-Methods-Studie

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Arezoo Bozorgmehr - Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin Bonn, Bonn, Deutschland
  • Simon-Konstantin Thiem - Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin Bonn, Bonn, Deutschland
  • Dorothea Wild - Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin Bonn, Bonn, Deutschland
  • Melanie Reinsdorff - Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin Bonn, Bonn, Deutschland
  • Horst Christian Vollmar - Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät, Abteilung für Allgemeinmedizin AM RUB, Bochum, Deutschland
  • Annika Kappernagel - Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät, Abteilung für Allgemeinmedizin AM RUB, Bochum, Deutschland
  • Kathrin Schlößler - Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät, Abteilung für Allgemeinmedizin AM RUB, Bochum, Deutschland
  • Sabine Weißbach - Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät, Abteilung für Allgemeinmedizin AM RUB, Bochum, Deutschland
  • Michael Pentzek - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Gruppe Primärversorgungsforschung, Essen, Deutschland
  • Dorothea Dehnen - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Gruppe Primärversorgungsforschung, Essen, Deutschland
  • Julia Drexler - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Gruppe Primärversorgungsforschung, Essen, Deutschland
  • Beate Sigrid Müller - Universitätsklinikum Köln AöR, Institut für Allgemeinmedizin, Köln, Deutschland
  • Larisa Pilic - Universitätsklinikum Köln AöR, Institut für Allgemeinmedizin, Köln, Deutschland
  • Lion Lehmann - Universitätsklinikum Köln AöR, Institut für Allgemeinmedizin, Köln, Deutschland
  • Susanne Löscher - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Gruppe Primärversorgungsforschung, Essen, Deutschland
  • Elena Darinka Hohmann - Medizinische Fakultät der Universität Münster, Institut für Allgemeinmedizin, Münster, Deutschland
  • Friederike Frank - Universitätsklinikum Aachen, Zentrum für Seltene Erkrankungen Aachen (ZSEA), Institut für Digitale Allgemeinmedizin, Aachen, Deutschland
  • Gülay Ates - Universitätsklinikum Aachen, Zentrum für Seltene Erkrankungen Aachen (ZSEA), Institut für Digitale Allgemeinmedizin, Aachen, Deutschland
  • Susanne Kersten - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland
  • Achim Mortsiefer - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Witten, Deutschland
  • Benjamin Aretz - Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin Bonn, Bonn, Deutschland
  • Birgitta Weltermann - Universitätsklinikum Bonn, Institut für Hausarztmedizin Bonn, Bonn, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. 58. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Würzburg, 26.-28.09.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocV-11-04

doi: 10.3205/24degam063, urn:nbn:de:0183-24degam0636

Published: September 23, 2024

© 2024 Bozorgmehr et al.
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Hintergrund: Forschungspraxennetze in der Primärversorgung können wichtige Forschungsdaten generieren, erfordern jedoch eine geeignete IT-Infrastruktur (ITI). Das Hausärztliches Forschungspraxennetz Nordrhein-Westfalen (HAFO.NRW) strebt die Implementierung einer solchen Infrastruktur an.

Fragestellung: Welche Anforderungen bestehen an eine ITI für Forschungspraxennetze in der Primärversorgung? Wie benutzerfreundlich ist das bereits verfügbare System „FallAkte Plus“ (FA+) für HAFO.NRW?

Methoden: Diese Studie besteht aus zwei Teilen: 1) Forschende der teilnehmenden Institute wurden befragt, um die Anforderungen an eine passende ITI zu ermitteln. Die Umfrage verwendete standardisierte Fragen mit offenen Antworten. 2) Ein Mixed-Methods-Ansatz wurde genutzt, der die ‚Think-Aloud‘-Methode und eine quantitative Umfrage kombinierte, um die Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz des FA+ Systems bei Forschenden und Praxispersonal (Allgemeinmediziner:innen und Medizinische Fachangestellte) mit der System Usability Scale (SUS) zu bewerten.

Ergebnisse: In Teil 1 beteiligten sich 5 von 8 HAFO-Instituten an der Umfrage zu den Anforderungen. Es wurden 32 Benutzeranforderungen identifiziert, vor allem im Bereich des Studienmanagements wie Dateneingabe und -speicherung. In Teil 2 bewerteten 36 Teilnehmende (24 Forschende, 12 Praxispersonal) die Benutzerfreundlichkeit der ITI. Das Video-Tutorial und die Handbücher wurden positiv aufgenommen, doch Forschende äußerten Bedenken bezüglich Datenschutz und Notfallfunktion des Systems. Der Median der Gesamtbewertung der SUS-Skala lag bei 60 (6,0–96,0), wobei Praxispersonal (Median=82 (16,0–96,0)) höhere Bewertungen abgab als Forscher (Median=44 (6,0–70,0)). Benutzer:innen schätzten die Möglichkeit der Dateneingabe aus verschiedenen Quellen, jedoch gab es Bedenken hinsichtlich der Unterstützung verschiedener Studienformate durch das System.

Diskussion: Die Benutzerfreundlichkeit variiert je nach Berufsgruppe. Das FA+ System erfüllt derzeit nicht alle Anforderungen an eine geeignete ITI. Verbesserungen in verschiedenen Bereichen sind notwendig, um es effektiver zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit Endbenutzern und ihr Feedback sind entscheidend für die Entwicklung einer erfolgreichen ITI.

Take Home Message für die Praxis: Die erfolgreiche Implementierung einer ITI für Forschungspraxennetze in der Primärversorgung erfordert eine sorgfältige Berücksichtigung der Benutzeranforderungen und -erfahrungen sowie kontinuierliche Verbesserungen basierend auf dem Feedback der Endbenutzer.