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51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW)

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie e. V.

10.10. - 12.10.2013, Berlin

Implantatsicherheit in der Traumatologie

Meeting Abstract

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  • corresponding author Christian Krettek - Unfallchirurgische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
  • Mohamed Omar - Unfallchirurgische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie. 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW). Berlin, 10.-12.10.2013. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2013. Doc13dgpw38

doi: 10.3205/13dgpw38, urn:nbn:de:0183-13dgpw380

Published: December 20, 2013

© 2013 Krettek et al.
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In der Traumatologie werden Implantate verwendet, um Frakturen zu fixieren und geschädigte Knochen- und Gelenkfunktionen wiederherzustellen. In Deutschland werden jährlich etwa 400.000 Hüft- und Knieprothesen implantiert. Die Zahl der Frakturimplantate ist weit höher. Vielen Patienten kann geholfen werden, ihre Mobilität und Lebensqualität zurück zu erhalten.

Allerdings werden in Deutschland etwa 35.000 Prothesen jährlich aus unterschiedlichen Gründen revidiert. Die Zahl der Revisionen von Frakturimplantaten ist aufgrund fehlender systematischer Erfassungen nicht bekannt, wird jedoch auf einen vergleichbar hohen Anteil geschätzt. Die Ursachen reichen von Implantatlockerung, Luxation, Infektion, periimplantären Frakturen bis hin zum Implantatbruch. Auch nach erfolgreicher Implantation besitzen Implantatträger dauerhaft ein erhöhtes Risiko, diese Komplikationen zu entwickeln. Komplikationen haben häufig weitreichende Folgen für den Patienten und können mit langen Krankenhausaufenthalten und Verlust der Gelenk- oder Körperfunktion einhergehen. Ein Teil der Komplikationen ist durch Einhaltung spezieller Maßnahmen vermeidbar.

So können zum Beispiel schätzungsweise 20–30% der Infektionen durch einfache Hygienemaßnahmen vermieden werden. Dies gilt insbesondere für Infektionen, die während der Implantation durch die Hautflora des Patienten oder aber iatrogen entstehen. Aber auch sekundär entwickelte Infektionen, die durch hämatogene Streuung bei Haut-, Zahnfleisch-, Harnwegsinfektionen oder einem schlecht eingestelltem Diabetes mellitus auftreten, können mit regelmäßiger Nachsorge und Prophylaxe auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Neben der hohen Bedeutung für den Patienten hat die Wiederherstellung der Mobilität in Anbetracht der Vielzahl an Eingriffen, auch aus gesundheitsökonomischen Aspekten eine hohe Relevanz. Ansätze zur Verbesserung der Qualität und Reduzierung von Komplikationen sind vorhanden. Nach dem Vorbild Schwedens, das seit Ende der 1970er ein landesweites Hüftendoprothesenregister führt und nicht zuletzt durch Analyse der gewonnen Daten den Anteil an Revisionen halbieren konnte, wurde Ende 2010 ein Endoprothesenregister in Deutschland gegründet. Zudem können sich seit Oktober 2012 in Deutschland Kliniken, die eine bestimmte Anzahl an Prothesenimplantationen durchführen, zertifizieren lassen. Wie bereits in anderen Bereichen der Medizin gezeigt, sollen hierdurch standardisierte Abläufe entstehen, die das Ergebnis verbessern.