Elternvertreter mit Migrationshintergrund an allgemeinbildenden Schulen. Eine qualitative Interviewstudie zu ihren Beweggründen für und gegen ein Engagement

Language
de
Document Type
Preprint
Issue Date
2021-02-15
Issue Year
2012
Authors
Kröner, Stephan
Schüller, Elisabeth
Penthin, Marcus
Fritzsche, Eva S.
Friedrich, Marcus C. G.
Krol, Magdalena M.
Editor
Abstract

Parents with a migration background are underrepresented among parent representatives at schools in Germany. However, increased involvement of these parents is essential for a vital democratic culture. To explore the motivations of parents with migration background regarding their school involvement, interviews with N = 31 parent representatives with migration background were content analysed, starting deductively from a set of categories according to the theory of planned behaviour. In the analysis, the main category “attitude” was deductively subdivided into motivation in the course of action/intrinsic value, results and consequences regarding own interests and results and consequences regarding others/altruistic motivation. Subjective norm was inductively differentiated into other parents, teachers and leadership team and other persons/perceived general expectations; perceived behavioural control was differentiated into the subcategories assertiveness and freedom from anxiety, language competence, socioeconomic background, availability of time, setting in school and school district and field expertise and know-how. Additionally, habit was deductively established and retained as a main category. Analysis of 513 statements resulted in an interrater-agreement of κ = .82. Implications for working with parents in an intercultural context are discussed

Abstract

Eltern mit Migrationshintergrund sind in Elternvertretungen an Schulen in Deutschland unterrepräsentiert. Ein stärkeres Engagement dieser Eltern ist jedoch im Sinne gelebter demokratischer Kultur unverzichtbar. Um das Spektrum der Beweggründe von Eltern mit Migrationshintergrund für und gegen ein Engagement auszuloten, wurden Interviews mit N = 31 engagierten Eltern mit Migrationshintergrund geführt und ausgehend von Kategorien der Theorie des geplanten Verhaltens inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Kategorie „Einstellung“ wurde hierzu von vornherein in „Motivation im Handlungsvollzug/intrinsischer Wert“, „Ergebnisse und Folgen bzgl. eigener Belange“ und „Ergebnisse und Folgen für Andere/altruistische Erwägungen“ untergliedert. Die „subjektive Norm“ wurde induktiv in „andere Eltern“, „Lehrkräfte und Schulleitung“ und „sonstige Personen/wahrgenommene allgemeine Erwartungshaltung“ ausdifferenziert und die „wahrgenommene Verhaltenskontrolle“ in Unterkategorien zu „Selbstvertrauen und Angstfreiheit“, „sprachlicher Kompetenz“, „sozioökonomischem Hintergrund“, „Verfügbarkeit von Zeit“, „Setting in Schule und Sprengel“ und „Feldkompetenz und Sachkenntnis“. Zusätzlich wurde „Gewohnheit“ als Hauptkategorie deduktiv gesetzt und beibehalten. Für insgesamt 513 analysierte Aussagen ergab sich eine Beurteilerübereinstimmung von κ = .82. Implikationen für die interkulturelle Elternarbeit werden diskutiert.

Citation
Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 15 (2012): S. 707 - 726. <https://link.springer.com/article/10.1007/s11618-012-0331-7>
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