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Die Erwartungshaltung des Patienten beeinflusst die Rekonvaleszenz nach Major Leberresektion. Ergebnisse der prospektiv, randomisierten SPEED Studie
Die Erwartungshaltung des Patienten beeinflusst die Rekonvaleszenz nach Major Leberresektion. Ergebnisse der prospektiv, randomisierten SPEED Studie
Hintergrund Placeboeffekte existieren auf allen Gebieten der Medizin und werden vom Arzt-Patienten-Verhältnis beeinflusst. Eine Reihe an Studien suggeriert einen bedeutenden Einfluss der Patientenerwartung als Teil des Placeboeffekts. Wir stellten daher die Hypothese auf, dass die präoperative Patientenerwartung an die postoperative Verweildauer Marker physischer Erholung nach Leberresektion beeinflusst. Methoden 33 Patienten mit Leberresektion (≥4 Segmente) wurden nach Randomisierung über ein standardisiertes Video präoperativ entweder eine erwartete postoperative Verweildauer von 7-10 (kurzer Arm) oder 12- 16 Tagen (langer Arm) genannt und bezüglich psychologischer Merkmale befragt. Darüber hinaus blieb die perioperative Behandlung unverändert. Primärer Endpunkt war das Erreichen vordefinierter objektiver Entlasskriterien (orale Analgetika, intakte Stuhlpassage, Kostaufbau, Mobilisierung, keine Komplikationen). Ergebnisse Patienten im kurzen Arm erreichten die objektiven Entlasskriterien nach 7,94 (SD 3,21) und im Patienten im langen Arm nach 14,00 (SD 5,92) Tagen (p=0,002). Die tatsächliche Verweildauer betrug im kurzen Arm 12,0 (IQR 8-16) und im langen Arm 19,3 (IQR 14-26) Tage (p=0.008). Eine stärkere Selbstwirksamkeitsüberzeugung der Patienten korrelierte dabei mit schnellerem Erreichen der objektiven Entlasskriterien (p=0,04). Schlussfolgerung Die Erwartung einer kürzeren Aufenthaltsdauer resultiert in einer schnelleren physischen Erholung der Patienten nach Leberresektion. Weiterhin kann diese Erwartung moduliert und im Sinne des Patienten für verbesserte Ergebnisse genutzt werden
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Börner, Nikolaus Caspar
2022
Deutsch
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Börner, Nikolaus Caspar (2022): Die Erwartungshaltung des Patienten beeinflusst die Rekonvaleszenz nach Major Leberresektion: Ergebnisse der prospektiv, randomisierten SPEED Studie = Patient expectations shape convalescence after major liver resections – Results of the prospective, randomized SPEED study. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Hintergrund Placeboeffekte existieren auf allen Gebieten der Medizin und werden vom Arzt-Patienten-Verhältnis beeinflusst. Eine Reihe an Studien suggeriert einen bedeutenden Einfluss der Patientenerwartung als Teil des Placeboeffekts. Wir stellten daher die Hypothese auf, dass die präoperative Patientenerwartung an die postoperative Verweildauer Marker physischer Erholung nach Leberresektion beeinflusst. Methoden 33 Patienten mit Leberresektion (≥4 Segmente) wurden nach Randomisierung über ein standardisiertes Video präoperativ entweder eine erwartete postoperative Verweildauer von 7-10 (kurzer Arm) oder 12- 16 Tagen (langer Arm) genannt und bezüglich psychologischer Merkmale befragt. Darüber hinaus blieb die perioperative Behandlung unverändert. Primärer Endpunkt war das Erreichen vordefinierter objektiver Entlasskriterien (orale Analgetika, intakte Stuhlpassage, Kostaufbau, Mobilisierung, keine Komplikationen). Ergebnisse Patienten im kurzen Arm erreichten die objektiven Entlasskriterien nach 7,94 (SD 3,21) und im Patienten im langen Arm nach 14,00 (SD 5,92) Tagen (p=0,002). Die tatsächliche Verweildauer betrug im kurzen Arm 12,0 (IQR 8-16) und im langen Arm 19,3 (IQR 14-26) Tage (p=0.008). Eine stärkere Selbstwirksamkeitsüberzeugung der Patienten korrelierte dabei mit schnellerem Erreichen der objektiven Entlasskriterien (p=0,04). Schlussfolgerung Die Erwartung einer kürzeren Aufenthaltsdauer resultiert in einer schnelleren physischen Erholung der Patienten nach Leberresektion. Weiterhin kann diese Erwartung moduliert und im Sinne des Patienten für verbesserte Ergebnisse genutzt werden