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Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt und Anzeiger : 15.09.1926
- Erscheinungsdatum
- 1926-09-15
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1841112631-192609154
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1841112631-19260915
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1841112631-19260915
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt und Anzeiger
-
Jahr
1926
-
Monat
1926-09
- Tag 1926-09-15
-
Monat
1926-09
-
Jahr
1926
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NOiil-WHM NM unü Anzeiger Hohenstein-Ernsttbaler Zeitung, Nachrichten und Neueste Nachrichten Bel Klagen, Konkursen, Vergleichen usw. wird der Brutto» betrag in Rechnung gestellt Im Falle höherer Gewalt — Krieg oder sonstiger irgend welcher Störung de- Betriebe» der Zeitung, der Lieferanten oder der BefSrderungreinrich- tungen — hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung »der Nachlieferung der Zeitung »der aus Rückzahlung de» Bezugspreise». Erscheint leben Wochentag nachmittag». — Fernspr. Nr. N Postscheckkonto Leipzig S3 464. — Gemeindegirokonto k4. — Bankkonto: Commerz» und Privat-Bank Zweigstelle Hohen» stein - Ernstthal. — Unverlangt «Ingesandte Manuskripte werden nicht zurückgeschickt — Einsendungen ohne Namens nennung finden keine Ausnahme Generalanzeiger für Hohenstein «Ernstthal mit Hüttengrund, Oberlungwitz, Gersdorf, Hermsdorf, Bernsdorf, RüSdorf, Langenberg, Meinsdorf, Fallen, Langenchursdorf, Reichen bach, Callenberg, Grumbach, Tirschheim, Kuhschnappel, St. Egidien, Wüstenbrand, Grüna, Mittelbach, Ursprung, Kirchberg, Erlbach, Pleißa und Rußdorf. Dieses Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsgerichts, Finanzamt- und des Stadtrats zu Hohenstein-Ernstthal, sowie der Behörden der umliegenden Ortschaften. Druck und Verlag von Dr. Alban Frisch. Rr. 215 Mittwoch, den 18. September ,928 76. Johrg. MWWMe In Gens Von unserem Genfer Sonderberichterstatter Genf, 14. September In Genf wird augenblicklich tagein tagaus „Stimmung" gemacht. Die Unterhaltungen Dr. Stresemanns mit Briand gaben den ersten An laß zu der Vermutung, daß die deutschen Dele gierten mit einem großen Sack voller Erfolge in die Heimat zurückkehren wollten und daß sie sich anstrengten, von Frankreich alle diejenigen Z u- geständnisse zu erlangen, die der deutschen Regierung auf dem diplomatischen Verhand lungswege versagt geblieben sind. In der glei chen Stimmung arbeitet die gesamte Weltpresse. Die englischen Blätter künden an, daß seit dem deutschen Eintritt die Stimmung zwischen Frank reich und Deutschland eine Aenderung erfahren habe und daß auf beiden Seiten ein neuer Geist der Herzlichkeit und der Versöhnung zutage ge treten sei. Die Aussichten für Deutschlands Mit arbeit im Völkerbunde seien außerordentlich gün stig. In gleicher Weise arbeitet die italienische und amerikanische Presse. In Polen beschränkt man sich darauf, die Ratsfrage und die be vorstehende Wahl der nichtständigen Ratsmitglieder eingehend zu behandeln. Hier spielen die Prestigefragen die größte Rolle, und man hütet sich wohl, Deutschlands günstige Stellung grauer zu malen, als sie ist, weil man noch immer hofft, daß die deutschen Vertreter bei der Wahl der nichtständigen Ratsmitglieder Polen auch in der Frage der Wiederwählbarkeit ihre Stimme geben. Den Deutschen kommt die ganze Stimmungsmache sehr ungelegen. Eie wünschen nicht, täglicher Gesprächsstoff zu sein und noch dazu in einer Weise, die Anlaß zu Ver mutungen und Irreführungen gibt. Deshalb wird auch über die Verhandlungen vollkomme nes Stillschweigen bewahrt. Ehe das Ergebnis der Verhandlungen nicht feststeht, werden alle Veröffentlichungen lediglich Vermutungen dar stellen. Mit der Niederlegung der Ratifikations urkunden der Locarnoverträge beim Völker bundssekretariat — stehe Sonderartikel! — sind diese jetzt endgültig in Kraft gesetzt worden. Reichsaußenminister Dr. Stresemann emp fing in der Mittagsstunde die Vertreter der eng lischen Presse als Antwort auf den Empfang der deutschen Pressevertreter durch den englischen Außenminister Chamberlain nach der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. Die Kommis sionen setzten ihre Beratungen fort, und es hat sich aus den Arbeiten der ersten, der juristischen Kommission ergeben, daß der Text des Pro gramms für die Wahl der nichtständigen Rats mitglieder und der Wiederwählbarkeit von den ursprünglichen Beschlüssen des Völkerbundrates in seiner Sitzung Anfang September nur wenig abweicht. Auch die Uebergangsbestimmungen für die Jahre 1926 bis 1928 widersprechen den ursprünglichen Plänen nicht wesentlich. Die gestrige Vollversammlung Genf, 14. September Die Vollversammlung des Völ kerbundes begann heute nachmittag um 3'/- Uhr im Reformationssaal. Auf der Tagesord nung stand die Fortsetzung der Diskussion über den Bericht des Generalsekretärs des Völkerbundes. Der bulgarische Außenminister Bur off er wähnte die Hilfe des Völkerbundes für die bul garischen Flüchtlinge. Bulgarien könne nunmehr über einen Betrag von 400 000 Pfund für die Flüchtlinge verfügen und erwarte den Abschluß eine auswärtigen Anleihe. Als zweiter Redner sprach der holländische Delegierte Loudon, der die Arbeiten des Ex pertenausschusses für die Vereinheitlichung des W MWl Der amtliche Bericht Genf, 14. September Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht heute über die erfolgte Ratifikation des Locarnovertrages folgenden amtlichen Bericht — den wir schon gestern kurz im Auszug wiedergaben —: Am 14. September d. I-, vormittags, hat im Büro des Generalsekretärs des Völkerbundes die Ratifikation der Verträge und Konventionen von Locarno stattgefunden. Die Ratifika tionsurkunden wurden durch die Vertreter sämtlicher Signatarmächte im Völkerbunds sekretariat niedergelegt, und zwar für Deutschland durch Außenminister Dr. Strese mann, für Belgien durch den Senator de Broucquere, für England durch Chamber lain, für Frankreich durch Briand, für Italien durch Scialoja, für Polen durch Außen minister Zalewski, für die Tschechoslowakei durch Außenminister Dr. Benesch. Da nunmehr sämtliche Ratifikationsurkunden deponiert und Deutschland Mitglied des Völ kerbundes geworden ist, sind somit alle Verträge und Konventionen mit dem heuti gen Tage in Kraftgetreten. internationalen Rechtes begrüßte. Loudon kam auf die Arbeiten dieser Kommission zu sprechen und wies darauf hin, daß in der technischen llnterkommission der vorbereitenden Abrüstungs kommission gegenwärtig die weitere Beratung des Abrüstungsproblems sich vollzöge. Darauf begrüßte er warm den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, der wesentlich zur Sicherung des allgemeinen Friedens beitragen würde. Der norwegische Delegierte Nansen er klärte, die A b r ü st u n g s f r a g e sei die wichtigste Aufgabe des Völker bundes. Die norwegische Regierung verfolge mit größtem Interesse die Arbeiten der Ab rüstungskommission und werde sich mit allen Kräften für eine Lösung dieses Problems ein setzen. Zum Schluß verlas der Präsident einen gemeinsamen Antrag der schwedischen, pol nischen und finnischen Regierung, in dem diese Regierungen den Völkerbund ersuchen, sich auch mit der Alkoholfrage zu befassen. Der Präsident erklärte, daß er über den in dieser Frage einzu schlagenden Weg in der nächsten Vollversamm lung geschäftsordnungsmäßige Vorschläge machen werde. Die nächste Vollsitzung findet Mittwoch vor mittag 10 Uhr statt Die Ratsreform angenommen Genf, 14. September In der heutigen N a ch m i t t a g s s i tz u n g der juristischen Kommission des Völkerbundes ist das Projekt zur Rats reform einstimmig angenommen wor den, nachdem bereits in der Vormittagssitzung über die wesentlichen Punkte Einigung er zielt worden war. In der Nachmittagssitzung standen nur noch die Uebergangsbestimmungen und ein norwegischer Antrag zur Debatte, der die Bestimmung Vorsicht, daß die Vollver- mmmlung mit Zweidrittel st immen- nehrheit jederzeit das Recht hat, ein unlieb- ames Mitglied aus dem Rat zu entfernen. Von französischer und englischer Seite war gegen die Aufnahme dieser Bestim mung Einspruch erhoben worden, weil man durch ie einerseits die spanische Regierung zu kränken Lichtete, andererseits die Bedeutung der wie- >erwählbaren und der anderen nichtständigen Ratssitze herabzusetzen glaubte. Zur allgemeinen Ueberraschung erklärt sowohl Loucheur im Namen Frankreichs als auch Lord Robert Cecil im Namen Englands, daß sie nun nichts mehr gegen die Aufnahme dieser Bestimmung einzuwenden hätten. Die allge mein erwartete Stimmenthaltung Po lens erfolgte nicht, so daß das ge samte Projekt über die Reform des Völkerbunds rates einstimmig angenommen wurde. Die Vollversammlung wird sich bereits mor gen vormittag mit dem Projekt beschäftigen. Es ist anzunehmen, daß sie sich einstimmig für seine Annahme aussprechen wird, so daß die Voll versammlung bereits am Donnerstag zur Wahl der neuen nichtständigen Ratsmitglieder schrei ten kann. Stresemann empfängt die englischen Presse vertreter Genf, 14. September Reichsminister Dr. Stresemann empfing heute aus Anlaß des Austausches und der Nie derlegung der Ratifikationsurkunden über den Vertrag von Locarno die in Genf anwesenden Vertreter der englischen Presse. Er wies in seinen Ausführungen auf die Vor geschichte und die politische Bedeutung des Lo carnovertrages hin, unter besonderer Hervor hebung des bedeutsamen Anteils, den der eng lische Außenminister Sir Austen Chamberlain dabei gehabt habe. Dem Genannten, sowie der englischen Regierung Dank auszusprechen für ihre wertvolle Tätigkeit beim Zustandekom men des Werkes von Locarno, sei ihm heute Pflicht und Bedürfnis. Der Zusammenhang zwischen dem Werk von Locarno und dem Eintritt Deutsch lands in den Völkerbund sei nicht nur formaler Natur: beide Tatsachen bedeuteten dis bewußte und entschlossene Ab kehr von einer Politik der gegenseitigen Be kämpfung und den Uebergang zu dem System der europäischen Verständigung und der darauf aufgebauten Zusammenarbeit. Voraussetzung solcher Verständigung sei ein Geist des Vertrauens, der zunächst bei den Füh rern vorhanden sein und von da aus in den Völ kern sich ausbreiten müsse. Dr. Stresemann wies anschließend dar auf hin, daß die deutsch-französische Verständigung keine Beeinträch tigung der englischen Interessen bedeute. Dies gelte auch von den Verhandlun gen über einen Eisenpakt, an denen die englische Industrie auf Grund eigener Entschließung sich nicht beteilige. Die Verhandlungen über die Rückwirkungen Paris, 14. September Briand hat sich, wie aus Genf mitgeteilt wird, entschlossen, bis Ende der Woche in Genf zu bleiben, um die Verhandlungen mit Dr. Stresemann« über die Rückwir kungen der Locarnoverträge wei- terzufiihren. Der nächste völkerbundsrat in Berlin? London, 14. September Rach Meldungen englischer Berichterstatter in Genf verlautet in dortigen diplomatischen Krei sen, die offenbar der englischen Delegation nahe stehen, daß erwogen werde, die nächst« Sitzung des Völkerbundsrates im Dezember in Berlin unter dem Vorsitz von Dr. Stresemann abzuhalten. Die französischen Flottenmanöver in der Ostsee Die Ostseehat seit Ende August bekanntlich einen ebenso seltenen wie unerwarteten Flotten besuch zu verzeichnen, nämlich ein franzö sisches Geschwader, bestehend aus Tor pedo- und Unterseebooten. Von polnischer Seit« erfolgte die nicht uninteressante Feststellung, daß die Hanzösischen Schiffe etliche Flottenmanöver in der Ostsee durchzuführen und sich dabei des neuangelegten polnischen Kriegshafens Gdynia als Operationsbasis zu bedienen beabsichtigen. Gdynia liegt nordwestlich von Danzig, und wenn es heute schon gleichsam als französischer Flotten stützpunkt gilt, so wird dadurch ja einerseits di« Bedeutung Polens als französischer Vorposten in der Ostsee eindringlich unterstrichen und ande rerseits die Tatsache, daß auch das wenig be rührte Ostseegebiet in den Strudel weltpolitischer Geschehnisse stärker als bisher hineingezogen werden soll. In diesem Zusammenhang erwei tert sich auch das gegenwärtig strittiger denn j« gewordene östliche Randstaatenproblem zu einer Frage von europäischer Bedeutung. Man muß sich vergegenwärtigen, daß sich Est land, Lettland und Finnland vor kurzem bereit erklärt haben, getrennt und einzeln mit Rußland über gewisse Bündnisverträge defensiver Natur zu verhandeln, obwohl alle drei Staaten vor gar nicht langer Zeit den Standpunkt vertraten, nur gemeinsam mit dem russischen Nachbarn zu paktieren. Dieser Plan scheiterte jedoch bald nach seiner Bekanntgabe. Die bevorstehenden Verhandlungen, die lediglich aus taktischen Gründen erfolgen, werden deshalb auch schwer lich irgendwelche positiven, bindenden Beschlüsse zeitigen. Außerdem ist die Haltung dieser drei Staaten gegenüber Rußland nicht die gleiche. Das französische Projekt, eine befestigte, zusam menhängende Front wider den Osten vom Schwarzen Meer bis zum Weißen Meer herzu- "tellen, ist nicht mehr akut, seit Finnland sich ge weigert hat, sich am vorgesehenen baltisch-pol- nischen Bündnis zu beteiligen. Estland und Lettland gerieten dadurch gleichermaßen in eine recht unsichere Lage, da man dort nunmehr weder auf bestimmte finnische Unterstützung ge« Ichweige auf etwaige britische rechnen konnte, weil England sich bei diesen Händeln im Osten grundsätzlich nicht zu binden pflegt. Deshalb nimmt es auch nicht weiter wunder, wenn beide Nandstaaten trotz schwerwiegender Bedenken zu einer mehr südlichen Orientierung in ihrer Außenpolitik gezwungen werden. So ist die französische Flottendemonstration vielleicht auch ein Hinweis auf die künftige Erweite rung der französischen Vormacht stellung in nördlicher Richtung, und man kann einigermaßen gespannt sein, ob Eng land, das niemals eine Manifestierung seiner eigenen Interessen an bedrohter Stelle unter läßt, nicht eine ähnliche Flottenaktion im Herbst dort auszuführen gedenkt. Keine Räumung des Brückenkopfes Kehl Paris, 15. September Im „Matin" wird aus Straßburg ge meldet: Das Gerücht einer bevorstehenden Räumung des Brückenkopfes Kehl ist dieser Tage in Deutschland verbreitet worden. Dieses Gerücht ist entstanden infolge der seit mehreren Tagen von französischen Genietruppen vorgenommencn Operationen, die Auftrag er halten haben, Bctonarbeiten auf dem rechten Nheinufer gegenüber von Straßburg, die di« Deutschen errichtet hatten, zu sprengen.
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