Suche nach Personen

plus im Publikationsserver
plus bei Google Scholar

Bibliografische Daten exportieren
 

Debating Sufism : The Tijāniyya and its Opponents

DOI zum Zitieren der Version auf EPub Bayreuth: https://doi.org/10.15495/EPub_UBT_00004413
URN zum Zitieren der Version auf EPub Bayreuth: urn:nbn:de:bvb:703-epub-4413-6

Titelangaben

Hanif, Mohammad A.:
Debating Sufism : The Tijāniyya and its Opponents.
Bayreuth , 2018 . - 373 S.
( Dissertation, 2018 , Universität Bayreuth, Bayreuth International Graduate School of African Studies - BIGSAS)

Volltext

[thumbnail of PhDthesis.pdf]
Format: PDF
Name: PhDthesis.pdf
Version: Veröffentlichte Version
Verfügbar mit der Lizenz Creative Commons BY 4.0: Namensnennung
Download (3MB)

Abstract

This dissertation examines the larger theme of Sufism and anti-Sufism through the lens of debates between proponents of the Tijāniyya Sufi order and their Salafī opponents in the twentieth century as reflected in writings by authors hailing from Morocco, Mauritania, Mali, Sudan, Egypt and Saudi-Arabia. The conflict is basically a battle about who speaks for Islam, drawing on different sources of authority. Salafīs underline the importance of textual and discursive knowledge extracted from Islam’s foundational texts: they perceive the Qurʾān and the Sunna as the only true sources of religious authority. For them, all other possible sources of authority are fallible, and, by the same token, devoid of evidentiary value. For the protagonists of the Tijāniyya, however, the sources of authority extend from the foundational texts to include the God-given knowledge embedded in the spiritual experiences of the supreme master of their brotherhood, as well as that derived from daylight communications with the Prophet. Whereas earlier, nineteenth-century debates surrounding the Tijāniyya often involved other Sufis, especially from the Qādiriyya, and where strongly shaped by their competition for followers and political influence, the case studies subjected to scrutiny in this dissertation demonstrate that the Salafī critics were strongly motivated by their endeavor to engage in daʿwa (propagation of “proper” Islam) and to spread a “correct” understanding of tawḥīd (Oneness of God). The Tijānī authors who responded to their attacks considered the defense of the Tijāniyya a religious duty and a compulsory service to Aḥmad al-Tijānī, the founding figure and supreme master of the brotherhood, perceived as the perfect embodiment of the religion of Islam. As the dissertation shows, the vast field of theological and doctrinal debates allowed both protagonists and antagonists of the Tijāniyya to flex their muscles, construct their own authority and enhance their personal recognition. Polemical literature produced by Salafīs became standard references for opponents of the brotherhood, whereas Tijānī shaykhs who responded appeared as heroic scholars to their constituencies. The analysis also reveals a gradual change in the perception of certain Tijānī tenets among some of its representatives. This is best illustrated by the changing perception of the extraordinary reward for the recitation of the ṣalāt al-fātiḥ, which suggests the emergence of a sharī‘a-centric argumentation attracting mostly the younger generations among the Tijānīs. On the other hand, the spread of Salafism in previously Tijānī-dominated areas also made Tijānī authors resort to a harder and sharper tone in their polemical writings, thus pointing to the increasing tensions between Sufis and their opponents over the course of the twentieth century.

Abstract in weiterer Sprache

Die vorliegende Dissertation untersucht Sufismus und Antisufismus im größeren thematischen Rahmen aus der Perspektive der Debatten zwischen Vertretern des Sufi Ordens Tijāniyya und deren Salafī Gegnern im zwanzigsten Jahrhundert und wie dies in Schriften von Autoren aus Marokko, Mauretanien, Mali, Sudan, Ägypten sowie Saudi-Arabien zum Ausdruck kommt. Der Konflikt ist im Grunde genommen ein Kampf darüber, wer für den Islam spricht, wobei sich auf verschiedene Quellen der Autorität gestützt wird. Die Salafīs berufen sich in ihrer Argumentation auf die hohe Relevanz des textlichen sowie diskursiven Wissens, welches aus den grundlegenden Texten des Islams stammt: Qurʾān und Sunna stellen für sie die einzigen Quellen religiöser Autorität dar, da alle anderen möglichen Quellen von ihnen als fehlbar angesehen werden und somit ohne Beweiskraft sind. Im Gegensatz dazu zählen für die Anhänger der Tijāniyya, neben den grundlegenden Texten, auch das in den spirituellen Erfahrungen der obersten Meister der Bruderschaft vermittelte Wissen sowie die alltägliche Kommunikation mit dem Propheten zu verlässlichen Quellen. Obwohl in frühen Debatten des neunzehnten Jahrhunderts um die Tijāniyya häufig andere Sufis, vor allem die der Qādiriyya beteiligt waren, die stark durch deren Wettbewerb um Anhänger und politischen Einfluss geprägt waren, zeigen die in der Arbeit geprüften Fallstudien auf, dass die Motivationen der Salafī Kritiker besonders darin lagen, da’wa (Verbreitung eines ‘richtigen’ Islams) zu betreiben und ein “korrektes” Verständnis von tawḥīd (Einheit Gottes) zu vermitteln. Die Autoren der Tijāniyya, die auf diese Angriffe reagierten, betrachteten die Verteidigung ihres Glaubens als eine religiöse Pflicht und als Pflichtdienst gegenüber Aḥmad al-Tijānī, der in seiner Position als Gründungsfigur und höchster Meister der Bruderschaft als perfekte Verkörperung der Religion angesehen wird. Die Dissertation zeigt auf, wie das breite Feld aus theologischen sowie doktrinellen Debatten sowohl Protagonisten als auch Gegnern der Tijāniyya Raum für Machtkämpfe, die Konstruktion der eigenen Authorität und die Vergrößerung der persönlichen Anerkennung gibt. Die von Salafīs produzierte polemische Literatur wurde zu einem geläufigen Referenzpunkt für Gegner der Bruderschaft, während gleichzeitig die Tijānī Scheichs, die darauf reagierten, als heroische Mitglieder ihrer Gruppierung auftreten konnten. Darüber hinaus deckt die Analyse graduelle Veränderungen in der Wahrnehmung bestimmter Tijānī Lehren unter einigen ihrer Vertreter auf. Dies zeigt sich am besten anhand der veränderten Wahrnehmung der herausragenden Belohnung für die Rezitation des ṣalāt al-fātiḥ, welche auf das Entstehen einer sharī‘a-zentrischen Argumentation hindeutet, die vermehrt die junge Generation der Tijānīs anzieht. Andererseits führte die Verbreitung des Salafismus in zuvor von Tijānī dominierten Gebieten dazu, dass die Tijānī Autoren in ihren polemischen Schriften auf einen härteren und schärferen Ton zurückgriffen, was wiederum auf die zunehmenden Spannungen zwischen Sufis und ihren Gegnern im Laufe des 20. Jahrhunderts hinweist.

Weitere Angaben

Publikationsform: Dissertation (Ohne Angabe)
Keywords: Tijāniyya; Sufism; Salafism; Debates
Themengebiete aus DDC: 200 Religion > 200 Religion
Institutionen der Universität: Fakultäten > Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät > Lehrstuhl Islamwissenschaft > Lehrstuhl Islamwissenschaft - Univ.-Prof. Dr. Rüdiger Seesemann
Graduierteneinrichtungen > University of Bayreuth Graduate School
Graduierteneinrichtungen > BIGSAS
Fakultäten
Fakultäten > Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät
Fakultäten > Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät > Lehrstuhl Islamwissenschaft
Graduierteneinrichtungen
Sprache: Englisch
Titel an der UBT entstanden: Ja
URN: urn:nbn:de:bvb:703-epub-4413-6
Eingestellt am: 12 Jul 2019 06:07
Letzte Änderung: 12 Jul 2019 06:07
URI: https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/4413

Downloads

Downloads pro Monat im letzten Jahr